Zu laut, zu heiß, zu…? Hochsensibel?

Was hat wohlfühlen mit Hochsensibilität zu tun?

Sehr viel. Wohlfühlen – dafür zu sorgen, dass man sich in alltäglichen Situationen gut und komfortabel fühlt, ist eines der Hauptthemen von vielen HSPs (Highly Sensitive Persons).

Es war zwar nicht geplant, Hochsensibilität gesondert zu thematisieren, doch ich komme nicht darum herum. Denn es sind mehrheitlich die HSPs, die zum Beispiel ein besonders starkes Bedürfnis nach Ruhe, guter Luft und weiteren Wohlfühlbedingungen haben. Es ist abgesehen davon eines meiner Lebensthemen. Es ist ein Aspekt, der mich ausmacht. Ich wäre nicht authentisch, würde ich diesen Bereich völlig ausklammern.

Allerdings sollen die Informationen in dem Blog nicht ausschließlich für diese ca. 15-20% der Bevölkerung gelten. Alle Menschen, die dadurch Mehrwert erfahren sind angesprochen.

Wann ist man hochsensibel?

Du kannst dies anhand von Tests herausfinden, wie etwa auf der Seite von Zartbesaitet. 

Wenn du dich mit dem Thema beschäftigst, wirst du für dich recht einfach erkennen können, ob du zu dieser Gruppe an Menschen gehörst.

Kurz gesagt: HSPs nehmen um ein Vielfaches mehr Sinnesreize wahr, was oft zu Überreizung und Erschöpfung führt. Sie fühlen sich häufig nicht verstanden und „so anders“. Gerüche, Hitze, Kälte, Lärm (für HSPs ist vieles Lärm, das kann auch Musik sein, wenn diese im falschen Moment gespielt wird), Stimmungen werden von Hochsensiblen viel stärker aufgenommen und können das Wohlbefinden sehr beeinträchtigen. Großraumbüros und Menschenmasse sind ihnen ein Greuel. Freiheit ist einer der wichtigen Werte für viele Hochsensible.

Das Ruhebedürfnis ist meist sehr ausgeprägt

HSPs sind nicht selten ihr ganzes Leben lang damit beschäftigt, für sich selbst zu sorgen. Dies kann sehr viel Lebensenergie kosten, weil man – zusätzlich zur Bewältigung des Alltags – damit sehr beschäftigt ist, den quälenden Faktoren Herr zu werden. Dass der Lebensgenuss hier oft viel zu kurz kommt, liegt auf der Hand. Das Unverständnis und oft verletzende Verhalten der Mitmenschen bewirkt noch weiteres Ungemach. Wenn man dann noch beispielsweise in einem Großraumbüro – oder Neudeutsch „Open Space“ – arbeiten muss, will man am Feierabend meist nichts anderes als RUHE, gute Luft und Entspannung. Aus diesem Antrieb heraus entstand die Idee, Orte der Stille zu finden.

Die guten Seiten

  • Hochsensibel zu sein ist keine Krankheit, auch wenn dies so klingen mag und viele von uns diese Ausprägung mehr oder weniger oft verfluchen. Sie hat auch gute Seiten, die im Leben sehr hilfreich sein können, wenn man diese annimmt und fördert.
  • So sind dies etwa eine ausgeprägte Sensibilität und sinnliche Wahrnehmung. Ich wage zu behaupten, dass die Genussfähigkeit bei vielen HSPs ausgeprägter ist. Gute Gerüche, schöne Lanschaften, Umgebungen fallen einer hochsensiblen Person viel schneller und öfter auf als sogenannten normalsensiblen Menschen.
  • HSPs sind meist sehr empathische Menschen, was den Umgang mit und den Zugang zu Menschen erleichtert.
  • Hochsensible decken recht schnell Lügen auf. Sie spüren sehr genau, wenn ihnen jemand einen Bären aufbindet.
  • Die Intuition ist bei dieser Menschengruppe besonders stark ausgeprägt. Wenn man diese annimmt und darauf vertraut, können einem viele falsche Entscheidungen erspart bleiben. Die Intuition kann auch ein gutes Navigationsgerät durchs Leben sein.
  • Die Kreativität von vielen HSPs ist überdurchschnittlich stark. Oder anders ausgedrückt: die meisten Künstler sind auch hochsensibel.

Nicht alle HSPs sind gleich

Wenn du jetzt denkst: Juhu! Als Hochsensible/r verstehe ich mich dann mit allen anderen HSPs super und kann da vielleicht sogar einen verständnisvollen Partner finden… So ist es leider nicht. Hochsensible haben unterschiedliche Ausprägungen an Eigenschaften. Der Eine ist hitzeempfindlich, der Andere kälteempfindlich. Ein Anderer raucht und hört gerne laute Musik, was der Nächste absolut nicht ertragen kann, etc. So sind auch hier Eigenschaften wie Achtsamkeit, Rücksichtnahme und Respekt gefragt.